Rudern am Wannsee

... als Grundkurs und Arbeitsgemeinschaft!

 

Die Luise-Henriette-Schule bietet ihren Schülern traditionell auch den Rudersport an, sowohl als Arbeitsgemeinschaft als auch als Grundkurs in der Oberstufe, wobei sich der Schwerpunkt in den letzten Jahren zu den Grundkursen hin verschoben hat. Zum Curriculum dieser Schulsportart gehört das Rudern im Mannschaftsboot ebenso wie das Rudern im Einer - mit besonderem Augenmerk auf dem Einerrudern.

Rudern am Wannsee

In der praktischen Ausbildung gehen wir allerdings vom Mannschaftsboot aus, denn da wir mit dem Rudern bereits März/April beginnen, können wir die Schülerinnen und Schüler nicht gleich ins Skiff setzen (ca. 28 cm breit und für Abgänge ins Wasser bestens geeignet !). Wenn dann aber die Wassertemperaturen gestiegen sind, wird es spannend. Ganz am Anfang des Kurses, im Januar, haben die Kursteilnehmer schon einen Lehrfilm über das Rennrudern gesehen, in dem sie auch die Bootsart 'Skiff' kennen gelernt haben.

Rudern am Wannsee

Nun aber, da man vom gutmütigen Vierer oder Zweier umsteigen soll auf so einen schlanken Schwimmkörper, der einem eigentlich kaum einen Fehler durchgehen lässt, werden einige Leute recht kreativ im Erfinden von Gründen, warum man sich noch nicht heute, sondern erst am nächsten Donnerstag ins (oder besser: aufs) Skiff setzen möchte. Diejenigen, die es wagen, riskieren den Reinfall ins Wasser und dann natürlich den etwas beklommenen Spott derer, die nächstes Mal dran sind. Wer aber zum zweiten Mal im Skiff sitzt, ist schon etwas unbefangener und es ist für den Lehrer immer schön zu beobachten, wie aus der anfänglichen Beklommenheit schrittweise vorsichtiger Optimismus und schließlich auch richtiger Spaß wird, wenn man durch einigermaßen sauberes Rudern erfolgreich (im Boot) bleibt. Dann merkt man allmählich auch, wie schnell so ein Skiff sein kann und die Kühneren unter den Ruderern und Ruderinnen genießen das Tempo. 

 

Rudern am Wannsee

Höhepunkt ist dann die gemeinsame Ausfahrt. Jetzt wird nicht mehr nur in Stegnähe herumgerudert, sondern man geht auf Strecke - natürlich nicht allein, sondern mit einem Begleitboot. Das kann ein Zweier sein oder auch ein gemütlicher Einer, Hauptsache, es ist jemand da, der einem eventuell Gekenterten beim Wiedereinstieg gute Ratschläge gibt bzw. ihm oder ihr wieder ins Skiff hilft. Für den Ruderlehrer ist es jedes Mal ein schönes Erlebnis zu sehen, wie die Schülerinnen und Schüler sich "ruderisch" entwickeln. Leute, die anfangs "wie auf Eiern" im Skiff saßen und sich kaum trauten die Ruder zu bewegen, merken plötzlich, dass man durch saubere Schläge mit Druck am Ruderblatt gut die Balance halten kann, sie trauen sich mehr zu und bringen es dadurch zu einem durchaus schon flüssigen Ruderstil. Sicherlich sind sie noch nicht regattareif (obwohl einige unterwegs schon kleine Privatwettfahrten austragen), aber sie haben innerhalb kurzer Zeit gelernt, eine sehr kritische Bootsart recht ordentlich zu beherrschen und sauber zu rudern, was sich wiederum positiv bemerkbar macht, wenn man gegen Ende der Saison wieder ins Mannschaftsboot umsteigt. 

(Fotos v. B. Wendlandt)

H.J. Gerlich